- Buntsteinputz lässt sich grundsätzlich überstreichen, aber das Streifen-Muster verschwindet dadurch.
- Wichtige Vorarbeit: Putz reinigen, lose Steinchen entfernen, Grundierung auftragen.
- Beste Farbe: Diffusionsoffene Silikat- oder Silikonharzfarbe für glatten Untergrund.
- Mit Roller und langem Flor arbeiten – glatte Roller füllen die Struktur nicht richtig.
- Aufwand: 2 bis 3 Anstriche, je 24 Stunden Trockenzeit dazwischen.
Buntsteinputz war in den 1980er und 1990er Jahren beliebt – diese rauen, mit bunten Steinchen versetzten Putze zieren bis heute viele Wohnungseingänge und Sockelbereiche. Doch oft wirkt der Putz heute unmodern. Die gute Nachricht: Du kannst ihn überstreichen, ohne ihn entfernen zu müssen. Wenn du ein paar Regeln beachtest, hält die Farbe lange und sieht gut aus.
Was ist Buntsteinputz eigentlich?
Buntsteinputz besteht aus farbigen Natursteinkörnchen, die mit einem Kunstharzbinder zu einer rauen Oberfläche verbunden werden. Typisch sind die kleinen, glänzenden Steinchen in verschiedenen Farben (oft Beige, Rot, Grau-Mischungen).
Eigenschaften:
- Sehr widerstandsfähig gegen mechanische Belastung
- Wasserabweisend
- Lange haltbar (oft 30 Jahre und mehr)
- Schwierig zu reinigen, weil Schmutz in den Fugen sitzt
- Modisch oft veraltet
Kann ich Buntsteinputz wirklich überstreichen?
Ja, das geht. Aber: Das charakteristische Muster der bunten Steinchen wird dabei überdeckt. Wenn du die Optik beibehalten möchtest, lässt sich nur durch sehr dünnen Anstrich (Lasur-Stil) eine leichte Tönung erreichen.
Häufiger ist der Wunsch, den alten Look komplett loszuwerden – etwa eine einheitliche Farbe an die Hauswand zu bekommen. Dafür ist ein klassischer Anstrich genau richtig.
Vorarbeit: Untergrund vorbereiten
Schritt 1: Reinigung
Buntsteinputz sammelt über die Jahre viel Schmutz, Algen und Schmutzpartikel in den Fugen. Vor dem Streichen muss alles gründlich gereinigt werden.
- Bei leichter Verschmutzung: Mit Bürste und Wasser abkehren
- Bei stärkerer Verschmutzung: Hochdruckreiniger einsetzen (auf niedriger Stufe)
- Bei Algen oder Pilzbefall: Algenentferner auftragen, einwirken lassen, abspülen
Wichtig: Den Putz nach der Reinigung gut trocknen lassen – mindestens 48 Stunden bei trockenem Wetter.
Schritt 2: Lose Steinchen entfernen
Streich mit einer harten Bürste über die Oberfläche, um lose Steinchen abzulösen. Diese würden später unter dem Anstrich weiter abfallen und die Beschichtung beschädigen.
Schritt 3: Risse und Schadstellen ausbessern
Bei kleinen Rissen: Mit Acryldichtmasse oder Reparaturspachtel ausgleichen. Bei größeren Schäden: Putzstellen erneuern oder mit Buntsteinputz-Reparaturset behandeln.
Schritt 4: Grundierung auftragen
Die wichtigste Vorarbeit: Eine passende Grundierung sorgt für gute Haftung und gleichmäßige Saugfähigkeit. Empfehlenswert sind:
- Tiefgrund auf Acrylbasis (für saugende Untergründe)
- Silikonharz-Grundierung (für Außenbereich besonders gut)
- Spezielle Buntsteinputz-Grundierung (im Fachhandel erhältlich)
Grundierung mit Pinsel und Roller gleichmäßig auftragen, mindestens 24 Stunden trocknen lassen.
Welche Farbe ist die richtige?
Buntsteinputz braucht eine Farbe, die zu der Struktur passt und gut deckt:
Für den Außenbereich
- Silikatfarbe: Mineralisch, diffusionsoffen, sehr langlebig – ideal für Putzfassaden
- Silikonharzfarbe: Wasserabweisend, atmungsaktiv, einfacher zu verarbeiten
- Dispersionsfarbe: Günstig, aber weniger diffusionsoffen – nicht erste Wahl
Für den Innenbereich
- Innen-Silikatfarbe oder hochwertige Dispersionsfarbe
- Bei Bädern: Wasserfeste Spezialfarben
Plan mit 1,5 bis 2 Liter Farbe pro Quadratmeter – Buntsteinputz schluckt deutlich mehr Material als glatte Wände, weil die Struktur viel mehr Oberfläche bietet.

Schritt-für-Schritt: Streichen
Werkzeug
- Roller mit langem Flor (mind. 18 mm)
- Großer Pinsel für Ränder und Ecken
- Abdeckfolie und Klebeband für Übergänge
- Eimer und Farbgitter
- Leiter oder Gerüst
Vorgehen
- Abdecken: Fenster, Türen, Boden vor Spritzern schützen
- Erste Anstrich: Mit Pinsel die Ränder vorstreichen, dann mit Roller die Fläche. Farbe in mehreren Richtungen aufrollen, damit alle Vertiefungen erreicht werden.
- Trocknen lassen: Mindestens 12 bis 24 Stunden, je nach Farbe und Wetter
- Zweiter Anstrich: Wie der erste – meist nötig für gute Deckkraft
- Eventuell dritter Anstrich: Bei dunklen Farbtönen über hellem Untergrund oder umgekehrt
Häufige Fehler beim Streichen
Zu wenig Farbe verwendet: Buntsteinputz braucht deutlich mehr Material als glatte Wände. Wer sparsam streicht, sieht später Streifen oder leuchtet die Steinchen durch.
Glatten Roller verwendet: Ein normaler Roller füllt die Vertiefungen nicht. Langflor-Roller sind Pflicht.
Untergrund nicht ausreichend gereinigt: Schmutz und Algen sorgen dafür, dass Farbe schlecht haftet. Spätestens nach zwei Jahren blättert sie ab.
Falsche Farbe gewählt: Reine Dispersionsfarbe auf Außen-Buntsteinputz hält nicht lange. Im Außenbereich Silikat oder Silikonharz nutzen.
Schlechtes Wetter: Bei Außenanstrich nicht bei direkter Sonne oder feuchtem Wetter arbeiten. Die Farbe trocknet zu schnell oder gar nicht – beides ergibt schlechtes Ergebnis.
Wann ist Überstreichen keine gute Idee?
Wenn:
- Der Buntsteinputz selbst schon stark beschädigt ist (Risse, abfallende Stellen)
- Die Haftung der Putzoberfläche generell schlecht ist
- Du den klassischen Look komplett ändern willst (z.B. glatte Optik) – dann besser entfernen und neu verputzen
- Es um eine denkmalgeschützte Fassade geht
In diesen Fällen lieber den Putz entfernen oder einen Fachmann konsultieren.
Fazit
Buntsteinputz lässt sich gut überstreichen – wenn die Vorarbeit stimmt. Reinigung, lose Steinchen entfernen, Grundierung und passende Farbe sind die wichtigsten Schritte. Mit einem Langflor-Roller und genügend Material erreichst du eine gleichmäßige Deckkraft.
Plan etwa ein Wochenende für ein durchschnittliches Sockel-Streichen ein. Materialkosten liegen bei 50 bis 200 Euro je nach Fläche. Das Ergebnis: eine moderne, einheitliche Wand statt der oft veralteten bunten Optik.
FAQ
Hält der Anstrich dauerhaft auf Buntsteinputz?
Bei sauberer Vorarbeit und passender Farbe ja – im Außenbereich 8 bis 15 Jahre, im Innenbereich 15 bis 20 Jahre.
Was kostet die Farbe?
Silikatfarbe: 30 bis 60 Euro pro 10-Liter-Eimer. Silikonharzfarbe: 50 bis 100 Euro pro 10-Liter-Eimer. Plan mit höherem Verbrauch wegen der Struktur.
Kann ich auch im Winter streichen?
Außen-Streichen bei Frost geht nicht – die Farbe trocknet nicht richtig. Mindestens 5 Grad Celsius bei Tag und Nacht sind nötig. Innen ist das ganze Jahr möglich.
Verschwindet die Buntsteinputz-Struktur durch den Anstrich?
Nicht komplett. Die raue Oberfläche bleibt fühlbar, nur die einzelnen Farbsteinchen werden durch die Farbe überdeckt. Optisch sieht es danach aus wie eine strukturierte Putzfläche.
Kann ich Buntsteinputz auch entfernen statt überstreichen?
Ja, aber das ist sehr aufwendig. Der Putz muss mechanisch abgeschlagen werden (Hammer, Meißel oder Stemmhammer), oft 1 bis 2 cm tief. Anschließend muss neu verputzt werden. Kosten dann 30 bis 60 Euro pro Quadratmeter inklusive Material und Arbeit.
