- Alkydharzlack verdünnst du mit Terpentinersatz oder Lackbenzin – niemals mit Wasser.
- Verhältnis: 5 bis 10 Prozent für Streichen/Rollen, 15 bis 25 Prozent für Spritzen.
- Im Sommer oder bei warmen Räumen weniger verdünnen, im Winter mehr.
- Verdünner immer in den Lack einrühren, nicht umgekehrt.
- Bei zu starker Verdünnung: schlechte Deckkraft, Tropfen, ungleichmäßige Trocknung.
Alkydharzlack ist der Klassiker für Holz und Metall – langlebig, gut deckend und mit dem unverkennbaren Geruch nach echtem Lack. Doch beim Verarbeiten stellt sich oft die Frage: Soll ich den Lack verdünnen? Wenn ja, womit und wie viel? Hier bekommst du eine klare Antwort, damit dein nächster Anstrich genau richtig fließt – ohne Tropfen, ohne Streifen, ohne nachträgliche Reparaturen.
Warum überhaupt verdünnen?
Alkydharzlack ist von Haus aus relativ zähflüssig. Das ist gut für gute Deckkraft, aber schlecht für gleichmäßige Verarbeitung. Verdünner hilft in mehreren Situationen:
- Für eine gleichmäßige Streichfähigkeit auf großen Flächen
- Wenn du den Lack mit der Spritzpistole verarbeiten willst
- Bei sehr glatten Oberflächen, wo sich Pinselspuren stören
- Wenn der Lack in der Dose zähflüssig geworden ist (älterer Lack)
Welcher Verdünner ist der richtige?
Für Alkydharzlack gibt es zwei Hauptverdünner:
Terpentinersatz
Der klassische Verdünner. Synthetisch hergestellt, geruchsarm gegenüber echtem Terpentin. Geeignet für die meisten Alkydharzlacke. Auch oft als „Lackbenzin“ bezeichnet.
Echtes Terpentin
Aus Kiefernharz gewonnen, starker Geruch. Funktioniert ähnlich wie Ersatz, ist aber teurer und schwerer zu bekommen.
Was du NICHT verwenden solltest
- Wasser: Mischt sich nicht mit Alkydharz – führt zu Klumpen und unbrauchbarer Mischung
- Aceton oder Nitroverdünner: Zu aggressiv, kann den Lack zersetzen
- Universalverdünner: Nicht spezifisch genug, kann unerwartete Reaktionen geben
Im Zweifel: Auf der Lackdose nachsehen, welchen Verdünner der Hersteller empfiehlt.
Richtige Verdünnung nach Anwendung
Streichen mit dem Pinsel
5 bis 8 Prozent Verdünner. Bedeutet: 100 ml Lack + 5 bis 8 ml Verdünner. Das reicht meist, um die zähen Lacke besser streichfähig zu machen.
Rollen mit Lackroller
8 bis 10 Prozent Verdünner. Etwas mehr, damit der Roller gut Farbe aufnimmt und gleichmäßig abgibt.
Spritzen mit Druckluftpistole
15 bis 25 Prozent Verdünner. Spritzlacke müssen deutlich dünner sein, damit sie durch die Düse kommen. Je nach Pistole und Düsengröße variiert das Verhältnis.
Spritzen mit Airless-Gerät
Meist gar nicht verdünnen, weil Airless-Geräte den Lack mit hohem Druck verarbeiten. Im Zweifel die Herstellerangaben der Spritzpistole beachten.

Schritt-für-Schritt: Lack richtig mischen
- Lackdose öffnen und gut umrühren (nicht schütteln – sonst Blasen)
- Lack in einen sauberen Mischbecher abgießen, am besten mit Mengenangabe
- Verdünner langsam zugeben und währenddessen rühren
- Mit einem flachen Rührstab gleichmäßig vermischen (mindestens 1 bis 2 Minuten)
- Vor dem Streichen kurz absetzen lassen, damit Luftblasen aufsteigen können
Häufige Fehler
Zu stark verdünnt: Der Lack tropft, deckt schlecht und braucht mehr Schichten. Lieber weniger verdünnen und mehrere Anstriche machen.
Zu wenig verdünnt: Der Lack zieht Fäden, bildet Streifen und lässt sich kaum gleichmäßig verarbeiten. Wenn du Pinselspuren siehst, hilft etwas mehr Verdünner.
Bei Kälte gleich verdünnt: Im Winter ist der Lack zäher. Lieber den Eimer kurz auf eine Heizung stellen, dann das Verdünnungsverhältnis anpassen.
Falscher Verdünner: Wasser oder Universalverdünner zerstören die Lackstruktur. Immer den vom Hersteller empfohlenen Verdünner verwenden.
Tipps für perfekten Lackauftrag
- Lack erst im Eimer testen, ob die Konsistenz stimmt
- Bei sehr alten Lacken kann eine Filterung sinnvoll sein
- Räume gut belüften, weil Verdünner stark riecht
- Atemschutz bei längerer Arbeit oder beim Spritzen
- Reste des verdünnten Lacks luftdicht aufbewahren – verdünnter Lack hält weniger lang als unverdünnter
Fazit
Alkydharzlack richtig zu verdünnen ist kein Hexenwerk – wichtig ist das richtige Mittel (Terpentinersatz) und das passende Verhältnis (5 bis 10 Prozent für Pinsel, mehr für Spritzpistole). Mit etwas Übung findest du schnell heraus, welches Verhältnis bei welchem Lack am besten funktioniert.
Vor jeder größeren Arbeit lohnt sich ein kleiner Test an einer unauffälligen Stelle. Dann hast du sicher, dass die Konsistenz stimmt und der Lack genau so verläuft, wie er soll.
FAQ
Kann ich Alkydharzlack auch mit Wasser verdünnen?
Nein, klassische Alkydharzlacke sind nicht wasserlöslich. Es gibt aber wasserbasierte Alkydlacke – auf der Dose steht dann meist „wasserverdünnbar“. Nur diese darfst du mit Wasser verdünnen.
Wie viel Verdünner ist zu viel?
Mehr als 25 Prozent ist meist zu viel und führt zu schlechtem Verlauf. Wenn du das Gefühl hast, mehr zu brauchen, ist eventuell der Lack ungeeignet für die Anwendung.
Wie kann ich verdünnten Lack aufbewahren?
Luftdicht verschließen, kühl und trocken lagern. Verdünnter Lack hält meist 2 bis 4 Wochen, danach kann sich das Bindemittel absetzen.
Was kostet Terpentinersatz?
Etwa 5 bis 10 Euro pro Liter im Baumarkt. Eine Liter-Flasche reicht für viele Streichprojekte.
Wie entsorge ich Lack- und Verdünnerreste?
Nicht in den Hausmüll oder Abfluss! Alkydharzlack und Verdünner gehören zur Schadstoffsammlung – im Baumarkt oder beim Wertstoffhof abgeben.
