- Ein Überlauf verhindert, dass die Regentonne überläuft und das Wasser unkontrolliert ans Haus drückt.
- Einfachste Lösung: HT-Rohr mit Wandanschluss als Überlauf in eine zweite Tonne oder ins Beet.
- Material: HT-Rohr (DN 50), Wandanschluss, Dichtung, Lochsäge.
- Kosten: 10 bis 25 Euro Material.
- Aufwand: 30 bis 60 Minuten, kein Fachwerker nötig.
Eine Regentonne ist im Sommer eine prima Sache – aber was passiert, wenn sie voll ist und es weiter regnet? Wenn kein Überlauf da ist, läuft das Wasser über den Rand und kann den Hauseingang fluten oder die Hauswand vernässen. Ein selbstgebauter Überlauf löst das Problem in einer halben Stunde. Hier zeige ich dir, wie es geht.
Warum ist ein Überlauf wichtig?
Ohne Überlauf passiert bei vollem Regenwasser:
- Das Wasser läuft über den Rand und sucht sich seinen Weg – meist ungünstig
- Die Hauswand wird mit Spritzwasser belastet, Feuchtigkeit zieht ins Mauerwerk
- Bei starkem Regen kann sich Wasser an Stelle stauen, die nicht dafür gemacht sind
- Der Wasserdruck kann auf die Tonne wirken und Schäden verursachen
Ein Überlauf leitet überschüssiges Wasser kontrolliert ab – ins nächste Fass, in den Garten oder in einen Sickerschacht.
Material und Werkzeug
Für eine Standard-Tonne (200 bis 300 Liter) brauchst du:
- HT-Rohr DN 40 oder DN 50 (Standard für Abwasser)
- HT-Bogen oder Wandeinlaufstutzen mit Dichtung
- Lochsäge passend zum Rohrdurchmesser (meist 40 oder 50 mm)
- Akkubohrmaschine
- Stichsäge oder feine Säge (falls anpassen nötig)
- Dichtmasse (Sanitärsilikon)
- Bleistift oder Filzstift zum Anzeichnen
Materialkosten: 10 bis 25 Euro im Baumarkt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Position bestimmen
Die Bohrung muss ca. 5 bis 10 cm unter dem Tonnenrand sitzen. So bleibt genug Spielraum, falls die Tonne überfüllt wird. An die Stelle gehst du dann mit der Lochsäge.
Schritt 2: Loch bohren
- Tonne komplett leeren oder soweit ausschöpfen, dass die Bohrposition trocken ist
- Vorbohrung mit kleinem Bohrer (Pilotloch)
- Mit der Lochsäge die endgültige Öffnung sägen
- Schnitt entgraten – glatte Kanten sorgen für besseren Sitz der Dichtung
Schritt 3: Wandanschluss einsetzen
Der Wandanschluss (auch Tankanschluss genannt) hat eine Gewindetülle mit Dichtung und einer Kontermutter:
- Dichtung auf den Innenring schieben
- Innenring von außen ins Loch stecken
- Kontermutter von innen aufdrehen
- Handfest anziehen – nicht überdrehen!
Schritt 4: Überlaufrohr anschließen
An den Wandanschluss kommt nun das HT-Rohr. Je nach Plan kannst du es:
- Mit Bogen nach unten führen, damit Wasser in eine zweite Tonne fließt
- Mit gerade Rohrstrecke ins Beet leiten
- In einen Sickerschacht führen
Schritt 5: Dichtheit prüfen
Tonne befüllen oder Wasser aus Schlauch laufen lassen. Wenn der Wasserstand das Überlaufniveau erreicht, sollte Wasser sauber durch das Rohr abfließen – ohne Tropfen am Anschluss.

Verschiedene Lösungen für das Überlaufwasser
Variante 1: Zweite Tonne anschließen
Wenn du noch mehr Regenwasser sammeln willst, leite den Überlauf in eine zweite Tonne. Auch dort einen Überlauf einbauen – Wasser fließt von Tonne zu Tonne, bis alle voll sind.
Variante 2: Versickerung im Beet
Wasser ins Pflanzbeet leiten. Funktioniert gut, wenn dein Boden gut durchlässig ist. Pflanzen profitieren vom kostenlosen Wasser.
Variante 3: Sickerschacht
Bei großen Wassermengen oder lehmigen Böden: einen Sickerschacht mit Kies füllen. Das Wasser versickert dann unterirdisch.
Variante 4: Rückleitung ins Fallrohr
Bei manchen Regenwassersystemen kann das Überlaufwasser auch zurück ins Fallrohr und in den Kanal geleitet werden. Wichtig: Trennung des Regenwassers vom Schmutzwasser einhalten.
Häufige Fehler
Überlauf zu hoch: Wenn der Überlauf nicht unterhalb des Tonnenrands sitzt, läuft die Tonne trotzdem über. Mindestens 5 cm Abstand zum Rand.
Falscher Rohrdurchmesser: Zu kleines Rohr fasst die Wassermenge bei Starkregen nicht. DN 40 ist Minimum, DN 50 ist sicherer.
Keine Dichtung: Ohne ordentliche Gummidichtung tropft der Anschluss. Lieber etwas teurer kaufen mit zwei Dichtungen.
Wasser läuft zum Haus: Bei Gefälle aufpassen, dass das Wasser vom Haus weg läuft. Sonst entsteht das Problem, das du vermeiden wolltest.
Fazit
Einen Regentonnen-Überlauf zu bauen ist ein Heimwerker-Projekt für 30 bis 60 Minuten. Mit Wandanschluss und HT-Rohr kostet das Material wenig, der Effekt ist aber erheblich: Keine überlaufenden Tonnen mehr, keine Wasserschäden am Haus.
Wer mehrere Tonnen miteinander verbindet, kann die Speicherkapazität deutlich erhöhen – ohne aufwendige Pumpensysteme.
FAQ
Welcher Rohrdurchmesser ist der richtige?
Für kleinere Tonnen (bis 300 Liter) reicht DN 40. Bei größeren Tonnen oder mehreren in Reihe DN 50 oder größer.
Brauche ich eine Genehmigung?
Für die eigene Regentonne im Garten nicht. Bei Einleitung in den Kanal gibt es kommunale Regelungen – beim Bauamt nachfragen.
Welche Tonnen lassen sich überhaupt anschließen?
Jede Kunststoff-Regentonne. Bei Holzfässern muss das Bohren in das Holz gut abgedichtet werden.
Was kostet ein fertiger Bausatz?
Im Baumarkt 15 bis 30 Euro für einen kompletten Überlauf-Bausatz, inklusive Dichtungen und Rohr.
Funktioniert das auch bei Frost?
Im Winter solltest du das Überlaufrohr abnehmen oder die Tonne komplett entleeren, sonst kann Frost den Anschluss sprengen.
