
Der Monitorarm ist ausgepackt, der Bildschirm passt zur Halterung. Doch dann zeigt sich beim Blick unter die Tischplatte ein Problem: Genau dort, wo die Klemme sitzen soll, verläuft eine Metallstrebe. Oder die Tischkante ist so stark abgerundet, dass die Halterung nicht richtig aufliegt.
Solche Hindernisse fallen oft erst bei der Montage auf. Dabei lässt sich vieles vorher klären. Es reicht allerdings nicht, nur die Dicke der Tischplatte zu messen. Auch ihr Aufbau, die Form der Kante und der Platz unter dem Schreibtisch spielen eine Rolle.
Reichen 25 Millimeter Tischplattenstärke?
Die kurze Antwort: Das kommt auf die Halterung an. Eine allgemeingültige Mindeststärke, die für jeden Monitorarm gilt, gibt es nicht. Manche Klemmen lassen sich bereits an vergleichsweise dünnen Tischplatten befestigen, andere benötigen eine größere Stärke oder haben einen begrenzten Verstellbereich.
Eine 25 Millimeter starke Tischplatte kann deshalb durchaus geeignet sein. Entscheidend ist zunächst, ob ihre Stärke innerhalb des vom Halterungshersteller angegebenen Klemmbereichs liegt. Ebenso wichtig ist, dass das Material dem Anpressdruck standhält und die Klemme vollständig aufliegt.
Eine dickere Platte ist übrigens nicht automatisch die bessere Wahl. Wenn die Oberfläche nachgibt oder die Befestigung an einer ungünstigen Stelle sitzt, kann auch eine 38 Millimeter starke Platte Probleme bereiten.
Wer sich gerade eine neue Tischplatte aussucht, findet im Ratgeber 18, 25 und 38 mm im Vergleich einen Überblick über die gängigen Plattenstärken und ihre Einsatzmöglichkeiten.
Messen Sie deshalb genau dort, wo die Halterung später befestigt werden soll. Bei einer aufgedoppelten Zierkante kann die Stärke hinten am Tisch anders ausfallen als einige Zentimeter weiter innen.
Bei welchem Material hält die Klemme zuverlässig?
Eine ausreichend stabile Spanplatte oder MDF-Platte kann sich ebenso eignen wie Massivholz. Entscheidend ist weniger die Materialbezeichnung als der tatsächliche Aufbau der Platte und die Belastbarkeit der Klemmstelle.
Bei beschichteten Platten sollte die Auflage eben sein und die Oberfläche nicht unter dem Anpressdruck nachgeben. Massivholz ist ebenfalls keine Garantie für sicheren Halt. Auch hier zählen Plattenstärke, Zustand der Kante und die Position der Befestigung.
Bei Bambus oder verleimten Mehrschichtplatten lohnt sich ein genauer Blick auf die Konstruktion. Das Material allein sagt noch wenig darüber aus, wie sich die Platte unter punktueller Belastung verhält.
Besonders vorsichtig sollte man bei leichten Tischplatten mit Waben- oder Hohlkern sein. Ihre Deckschichten können unter dem Druck einer Klemme nachgeben. Auch Glas ist nicht ohne Weiteres geeignet. Ob eine zusätzliche Verstärkungsplatte ausreicht oder bestimmte Materialien ausgeschlossen sind, steht in der Montageanleitung des jeweiligen Monitorarms.
Der entscheidende Blick geht unter die Tischkante
Oben sieht die Tischplatte oft völlig unproblematisch aus. Unten wird es eng: Eine Querstrebe des Gestells, eine Kabelwanne oder eine Schublade kann genau den Platz beanspruchen, den die untere Klemmbacke benötigt. Dann hilft auch eine passende Plattenstärke nicht.
Hinzu kommt die Form der Kante. An einer starken Rundung oder Schräge liegen die Klemmflächen möglicherweise nicht vollständig an. Wird die Schraube trotzdem festgezogen, kann die Halterung schief sitzen und die Oberfläche unnötig belasten.
Bevor Sie einen Monitorarm bestellen, prüfen Sie daher die Oberseite an der geplanten Befestigung, die Unterseite unmittelbar dahinter und den Abstand zur Wand.
Denn der Arm muss nicht nur festgeschraubt werden können. Der Monitor soll später auch noch schwenken, ohne gegen die Wand zu stoßen.
Tischklemme oder Durchtischmontage?
Für viele Arbeitsplätze ist die Tischklemme die einfachere Lösung. Es muss nichts gebohrt werden, und bei einem Umzug lässt sich die Halterung meist wieder entfernen. Dafür braucht sie jedoch ausreichend Platz an der Kante sowie eine geeignete, ebene Auflagefläche.
Fehlt dieser Platz, kann eine Durchtischmontage infrage kommen. Dabei führt eine Schraubverbindung durch eine Öffnung in der Platte.
Oft wird dafür ein vorhandener Kabeldurchlass ins Auge gefasst. Aber nicht jedes Loch hat den richtigen Durchmesser oder liegt weit genug von der Tischkante entfernt. Auch die Gegenplatte und die erlaubte Materialstärke sind von Modell zu Modell verschieden.
Ein neues Loch sollte man nicht auf Verdacht bohren. Gerade bei unbekanntem Plattenaufbau oder einer Konstruktion mit Hohlräumen ist es sinnvoll, zunächst die Montageanleitung zu prüfen und gegebenenfalls beim Hersteller nachzufragen.
Was passiert, wenn der Monitorarm ausgezogen wird?
Die angegebene Traglast des Monitorarms ist wichtig, erzählt aber nicht die ganze Geschichte. Ein Monitor, der dicht an der Befestigung steht, beansprucht die Klemmstelle anders als derselbe Bildschirm an einem weit nach vorn ausgezogenen Arm.
Durch den größeren Hebel wirken höhere Kräfte auf die Befestigung. Deshalb reicht es nicht, nur das Gewicht des Monitors mit der maximalen Traglast des Arms zu vergleichen. Auch die Stabilität der Tischplatte und des gesamten Schreibtischs muss berücksichtigt werden.
Bei zwei Bildschirmen gelten entsprechend die Vorgaben der jeweiligen Doppelhalterung.
Bei höhenverstellbaren Schreibtischen kommt die Kabelführung hinzu. Fahren Sie den Tisch einmal ganz nach oben und unten, bevor Sie die Leitungen endgültig fixieren. Andernfalls zeigt sich womöglich erst beim ersten Hochfahren, dass das Monitorkabel zu kurz ist oder hinter der Tischplatte eingeklemmt wird.
Neue Tischplatte? Dann lässt sich vieles vorher planen
Wer die Tischplatte ohnehin austauschen möchte, muss sich nicht mit jeder vorhandenen Einschränkung abfinden. Die Position des Monitorarms kann schon bei der Planung berücksichtigt werden.
Wie tief soll der Tisch sein? Wo verläuft das Gestell? Braucht die Klemme hinten eine freie Fläche, und wo sollen die Kabel hindurch?
Bei Liftor lassen sich Tischplatten in individuellen Abmessungen sowie mit unterschiedlichen Materialien und Stärken konfigurieren. Das kann die Planung eines Arbeitsplatzes mit Monitorarm erleichtern, besonders wenn wenig Platz vorhanden ist. Die Kompatibilität mit einer bestimmten Halterung sollte trotzdem anhand ihrer technischen Daten geprüft werden.
Hilfreich ist eine kleine Skizze mit den Maßen der Halterung. Tragen Sie ein, wo die obere und die untere Klemmbacke aufliegen und wie weit der Arm hinter die Platte ragt.
So wird oft schon vor der Bestellung sichtbar, ob eine Traverse oder die Wand im Weg wäre.
Vor der Montage: ein kurzer Check
Bevor der Bildschirm am Arm hängt, sollten diese Punkte geklärt sein:
- Klemmbereich: Liegt die gemessene Plattenstärke innerhalb der Herstellerangaben?
- Auflage: Sitzen die Klemmbacken auf ebenen, ausreichend tragfähigen Flächen?
- Freiraum: Stören unter der Platte weder Gestell noch Kabelkanal?
- Belastung: Sind Monitorgewicht und Montageart für die Halterung freigegeben?
Ziehen Sie die Klemme anschließend nur so fest, wie es die Montageanleitung vorsieht. Nach dem Anbringen des Monitors sollten Sie den Arm vorsichtig bewegen und die Befestigungsstelle beobachten.
Verrutscht etwas, verformt sich die Platte oder entstehen ungewöhnliche Geräusche, sollte die Konstruktion zunächst nicht weiter belastet werden.
Fazit
Die Frage „Ist meine Tischplatte dick genug?“ ist ein guter Anfang, aber eben nur ein Anfang. Eine Halterung kann vom Maß her passen und trotzdem an einer Querstrebe oder einer ungeeigneten Tischkante scheitern.
Wer die Montageanleitung neben den Schreibtisch legt und auch unter die Platte schaut, findet das meist heraus, bevor Schäden entstehen.
