
Landgraaf in den Niederlanden, 2007. Ein Hotelzimmer nach einem Tag auf dem Snowboard. Daniël Nieuwlaat und seine Freundin wollen noch Idols schauen, die niederländische Castingshow. Zusammen, in der Mitte des Bettes.
Es klappt nicht. Unter dem Laken liegen zwei Matratzen, und die rutschen auseinander.
Einmal schiebt er sie zurück. Dann gibt er auf. Beide schlafen auf ihrer eigenen Matratze.
Viele Eltern kennen das als Besucherritze. Gemeint ist die Lücke zwischen zwei Matratzen im Doppelbett.
Sie entsteht, weil zwei lose Matratzen kaum Halt haben und bei jeder Bewegung ein Stück auseinanderrutschen. Füllen deckt die Lücke ab. Schließen geht nur, wenn die Matratzen verbunden sind.
Woher der Name Besucherritze kommt
Der Name ist ein Scherz: In der Ritze ist angeblich noch Platz für einen Besucher.
In vielen Familien stimmt das sogar. Der Besuch kommt am Sonntag gern um sieben, barfuß, mit Kuscheltier und ohne Anmeldung.
Lustig ist die Ritze trotzdem nur für den, der nicht darin liegt. Wer hineinrollt, liegt halb auf zwei Kanten und halb in einer Kuhle.
Und auch ohne Besuch stört sie. Spätestens, wenn du dich nachts zur Mitte drehst.
Warum die Besucherritze jede Nacht zurückkommt
Zwei Matratzen sind zwei lose Teile. Auf einem Boxspringbett oder einem Lattenrost rutschen sie leicht, und nichts hält sie zusammen.
Dreht sich einer im Schlaf um, wandert seine Matratze ein Stück nach außen. Am Morgen ist aus dem Spalt eine Ritze geworden.
Streng genommen ist das keine Ritze. Es ist eine Grenzverschiebung, jede Nacht ein paar Zentimeter.
Ein straff gezogenes Spannbettlaken hält das eine Nacht lang auf. Dann geht es von vorn los.
Auch eine Antirutschmatte bremst nur. Sie hält die Matratzen nicht zusammen. Sie verschiebt das Problem auf später.
Füllen oder verbinden: was die Ritze wirklich schließt
Die meisten greifen zuerst zu einem Schaumstoffkeil, oft Liebesbrücke oder Ritzenkeil genannt.
Der Keil füllt die Lücke, aber er hält die Matratzen nicht zusammen. Bewegen sie sich, bewegt er sich mit.
Ein Keil in einem rutschenden Bett ist ein Türstopper für eine Tür, die schon offen steht.
Ob du die Besucherritze dauerhaft schließt oder jede Nacht neu füllst, hängt an einer Frage: Hält etwas die Matratzen zusammen oder nicht?
Ein Matratzenverbinder wie die Bedbinder Deluxe setzt genau dort an.
Ein 80 Zentimeter breites Band liegt oben quer über der Mitte beider Matratzen. Drei Riemen laufen unter den Matratzen durch und werden an der Unterseite mit Schnallen geschlossen.
Die Matratzen werden zueinander gezogen, die Ritze verschwindet. Unter dem Spannbettlaken ist davon nichts zu sehen.
Das Anlegen dauert 60 Sekunden und geht ohne Werkzeug.
Ein Keil füllt. Ein Verbinder hält fest.
Was beim Bettenmachen und Waschen gilt
Aus zwei Matratzen wird ein Bett. Darüber kommen eine Moltonauflage und ein großes Spannbettlaken für beide Matratzen.
Zwei einzelne Laken passen dann nicht mehr.
Das Band lässt sich an beiden Seiten lösen und ist bei 30 Grad waschbar. In einem Bett mit regelmäßigem Frühstücksbesuch ist das kein Nachteil.
Was ein Topper gegen die Besucherritze bringt
Ein Topper deckt die Ritze ab. Die Matratzen darunter können aber weiter auseinanderrutschen.
Zusammen mit einer Verbindung funktioniert er gut. Hat der Topper eine gute Antirutschseite, verbindest du erst die Matratzen und legst dann den Topper auf.
Rutscht der Topper selbst, kommt das Band um Matratzen und Topper zusammen.
Wann ein Keil hilft, und wann nicht
Nicht jedes Bett braucht einen Verbinder.
Steht das Bett in einem Rahmen mit festen Holzseiten, in dem die Matratzen nicht auseinander können, kann ein Keil gegen die Kuhle helfen. In der Mitte liegt dann allerdings ein Wulst.
Auf einem Boxspringbett oder überall, wo die Matratzen rutschen, ist ein Keil keine Lösung.
Der Verbinder passt auf Doppelbetten mit zusammen 140 bis 200 Zentimetern Breite und Matratzen von 15 bis 35 Zentimetern Höhe.
Ehrlich gesagt gibt es eine Grenze: Bei einem verstellbaren Bett geht es, wenn sich nur das Kopfteil bewegt. Bewegen sich Kopf- und Fußteil, ist er nicht empfohlen.
Aus einer Hotelnacht wurde ein Produkt
Am Tag nach der Nacht in Landgraaf stand Daniël unter der Dusche und hatte die Idee: Bänder um die Matratzen, aus Bezugsstoff, damit man sie oben nicht spürt.
Einen Keil hat er nie in Betracht gezogen. Etwas dazwischenzulegen, fand er, hat keinen Sinn. Die Matratzen müssen aneinander gebunden werden.
Seit 2014 ist die Bedbinder Deluxe in Produktion, inzwischen mit mehr als 250.000 verkauften Exemplaren.
Die Besucherritze bleibt also ein schöner Name. Liegen muss darin niemand mehr.
