Rund um deutsche Großstädte gewinnt naturnahes Wohnen spürbar an Bedeutung. Viele Menschen suchen mehr Platz, Ruhe und Grün im Alltag, ohne auf die Nähe zur Stadt zu verzichten. Wir schauen uns den Trend etwas genauer an.
Wälder, Seen und weitläufige Grundstücke am Stadtrand wirken auf viele Familien und Berufspendler attraktiv. Gleichzeitig bleiben Arbeitsplatz, Kultur und gute Verkehrsanbindung in erreichbarer Nähe.
Dieser Beitrag stellt den Hintergrund des Trends vor und zeigt, welche Orte rund um große Städte derzeit besonders gefragt sind. Außerdem gibt es Hinweise für die Standortwahl.
Naturnahes Wohnen als Trends
Der Wunsch nach naturnahem Wohnen ist kein ganz neues Phänomen, hat sich zuletzt aber deutlich verstärkt. Fachleute sprechen von einer neuen Phase der Suburbanisierung, also der Wanderung vom Stadtzentrum ins Umland.
In vielen Großstädten sind Wohnraum und Grundstücke knapp und teuer geworden. Umlandgemeinden bieten dagegen oft noch bezahlbaren Wohnraum und größere Grundstücke bei vertretbarem Pendelaufwand.
Berliner Raum zeigt Entwicklung deutlich
Für den Berliner Raum zeigen Zensus-Daten diese Entwicklung recht deutlich: Die Bevölkerung im direkten Umland wuchs zwischen 2011 und 2022 um rund 13,6 Prozent und damit stärker als in der Hauptstadt selbst.
Hinter dem Wunsch nach naturnahem Wohnen stecken mehrere Beweggründe, die sich in vielen Umfragen und Studien wiederholen.
- Mehr Wohnfläche und ein eigener Garten für Familien
- Ruhigere Umgebung mit weniger Verkehr und Lärm
- Wald, Wasser oder Felder als Ausgleich zum Berufsalltag
- Vergleichsweise günstigere Grundstücks- und Immobilienpreise
Diese Gründe erklären, warum bestimmte Gemeinden rund um Großstädte in den vergangenen Jahren besonders viel Zuzug erlebt haben.
Naturnahes Wohnen neben Großstädten – gefragte Orte
Nicht jede Umlandgemeinde profitiert gleich stark vom Trend zum naturnahen Wohnen. Besonders gefragt sind Orte mit viel Wald oder Wasser, guter Anbindung und gewachsener Infrastruktur.
Die folgenden Beispiele stehen stellvertretend für diese Entwicklung in unterschiedlichen Regionen Deutschlands.
Wachtberg bei Bonn
Wachtberg liegt südlich von Bonn direkt am Kottenforst und gehört zum Naturpark Rheinland. Wald, Streuobstwiesen und das Naturschutzgebiet Rodderberg prägen die Umgebung.
Die Einwohnerzahl ist seit den 1960er-Jahren deutlich gestiegen, von rund 12.500 auf heute etwa 21.000 Menschen. Wer sich vor Ort umsehen möchte, findet über einen Makler in Wachtberg einen guten ersten Überblick über das örtliche Angebot.
Strausberg bei Berlin
Strausberg liegt im östlichen Berliner Umland und verbindet Seen sowie Wälder mit einer soliden Anbindung an die Hauptstadt. Die Region gehört zu den wachstumsstarken Gemeinden im Speckgürtel.
Rösrath bei Köln
Rösrath grenzt unmittelbar an Köln und liegt zugleich mitten im Königsforst, einem der großen Waldgebiete des Bergischen Landes. Rund die Hälfte der Stadtfläche ist bewaldet.
Trotz der naturnahen Lage ist die Kölner Innenstadt mit Bahn oder Auto in etwa zwanzig Minuten erreichbar.
Kronberg im Taunus
Kronberg liegt am Rand des Taunus, eines Mittelgebirges nordwestlich von Frankfurt am Main. Wälder und Wanderwege beginnen unmittelbar am Ortsrand.
Reinbek bei Hamburg
Reinbek grenzt an den Sachsenwald, eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Norddeutschland. Zur Hamburger Innenstadt besteht eine direkte S-Bahn-Verbindung.
Starnberg bei München
Starnberg liegt am gleichnamigen See im sogenannten Fünfseenland südwestlich von München. Seen, Wälder und Alpenblick machen die Region zu einer der beliebtesten Wohnlagen im Münchner Umland.
Diese Beispiele zeigen ein wiederkehrendes Muster: Wald, Wasser und kurze Wege in die Stadt gelten als besonders wertvoll. Vor der eigenen Standortsuche lohnt sich ein Blick auf einige praktische Kriterien.
Naturnahes Wohnen: Tipps für die Standortwahl
Wer eine naturnahe Wohnlage im Umland einer Großstadt sucht, sollte mehrere Faktoren gemeinsam betrachten und nicht nur auf die Landschaft schauen.
- Fahrzeit und Taktung von Bahn oder Bus zur Kernstadt
- Vorhandene Infrastruktur wie Kitas, Schulen und Ärzte
- Entwicklung der Grundstücks- und Immobilienpreise vor Ort
- Erschließungsstand und geplante Neubaugebiete in der Gemeinde
Ein Blick auf aktuelle Untersuchungen zur Stadt-Umland-Wanderung kann bei der Einordnung einzelner Regionen zusätzlich helfen, etwa über Analysen zu suburbanen Räumen aus der Raumforschung.
Vor Ort helfen zudem Gespräche mit ansässigen Maklern, da diese die tatsächliche Preisentwicklung meist am besten einschätzen können.
Fazit zum aktuellen Trend
Naturnahes Wohnen neben Großstädten bleibt ein tragender Trend auf dem deutschen Immobilienmarkt. Wald, Wasser und Ruhe wiegen für viele Menschen inzwischen genauso schwer wie kurze Wege zur Arbeit.
Orte wie Wachtberg, Rösrath oder Starnberg zeigen, wie sich diese Wünsche mit guter Anbindung an eine Großstadt verbinden lassen. Für die eigene Suche lohnt sich daher ein genauer Blick auf Lage, Anbindung und Infrastruktur.
